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Bildungs- und Berufsorientierung in der Europäischen Union

Die Europäische Union (EU) legt im Strategischen Rahmen den Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit zwischen den Ländern und das gegenseitige Lernen voneinander. Wissen und die davon ausgehende Innovation sind die wichtigsten Vorteile der EU, insbesondere angesichts des zunehmenden globalen Wettbewerbs.

Durch die Annahme des Strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung ("ET 2020") bekräftigten die EU-Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission abermals den Willen zur Zusammenarbeit.

Der Ansatz erkennt an, dass eine hochwertige Bildung im Bereich der Vorschulen, Primarschulen, Sekundarschulen, Hochschulen und der Berufsausbildung das Fundament für Europas Erfolg ist. Allerdings muss auch dem lebenslangen Lernen ein hoher Stellenwert eingeräumt werden, denn es ist der Schlüssel zu Beschäftigung, wirtschaftlichem Erfolg und umfassender gesellschaftlicher Teilhabe.

Grundsätzlich ist jeder EU-Mitgliedstaat selbst für sein allgemeines und berufliches Bildungssystem zuständig. Die politischen Strategien auf europäischer Ebene sind so konzipiert, dass sie nationale Maßnahmen unterstützen und bei der Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen helfen. Solche Herausforderungen sind etwa eine alternde Gesellschaft, Qualifikationsdefizite bei den Arbeitskräften und globaler Wettbewerb. Diese Bereiche betreffen alle Staaten in ähnlicher Weise und verlangen daher gemeinsame Lösungswege.

Ziele der EU-Bildungspolititk

Langfristige strategische Ziele der allgemeinen und beruflichen Bildungspolitik der EU:

  • Verwirklichung von lebenslangem Lernen und Mobilität
  • Verbesserung der Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung
  • Förderung der Gerechtigkeit, des sozialen Zusammenhalts und des aktiven Bürgersinns
  • Förderung von Innovation und Kreativität 

Benchmarks bis 2020

Konkret sollen folgende Meilensteine erreicht werden:

  • Mindestens 95 % der Kinder im Alter zwischen vier Jahren und dem gesetzlichen Einschulungsalter sollen eine Vorschulbildung erhalten
  • Der Anteil der 15-Jährigen mit schlechten Leistungen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften soll unter 15 % liegen
  • Der Anteil der frühzeitigen Schul- und Ausbildungsabgänger soll weniger als 10 % betragen
  • Mindestens 40 % der 30- bis 34-Jährigen sollen einen Hochschulabschluss erreichen
  • Durchschnittlich mindestens 15 % der Erwachsenen (25- bis 64-Jährige) sollen am lebenslangen Lernen teilnehmen

Problem Jugendarbeitslosigkeit

In allen Ländern der Europäischen Union stellt die Jugendarbeitslosigkeit ein gravierendes Problem dar. Auf der einen Seite mangelt es an geeigneten Lehr- und Ausbildungsstellen, auf der anderen Seite aber auch an den geeigneten KandidatInnen für die offenen Stellen.

Die demografische Entwicklung führt zu einer rückläufigen Anzahl der Schulabsolventen und -absolventinnen und zum Teil bereits spürbaren Engpässen bei Bewerbungen um Lehrstellen. Bereits heute klagen einzelne Branchen über einen akuten Fachkräftemangel.

Schule als zentraler Punkt

Es besteht die Notwendigkeit, die Ressourcen und Talente aller Jugendlichen zu berücksichtigen und dabei junge Menschen individuell besser zu fördern. Wichtig ist dabei, die Angebotsvielfalt am Übergang zwischen Schule und Berufsausbildung zu sichten mit dem Ziel, diese zu reduzieren, zu bündeln und besser aufeinander abzustimmen sowie die vorhandenen Instrumente zu optimieren. Dabei muss es insbesondere darum gehen, die vorhandenen Angebote in eine sinnvolle Struktur einzubetten sowie die verschiedenen Akteure vor allem in regionale Netzwerke einzubinden, um verstärkt konsistente Übergänge in Ausbildung zu schaffen.

Damit ein möglichst reibungsloser Übergang in die (Berufs-)Ausbildung gelingt, müssen in der Schule die Voraussetzungen zur Aufnahme einer Ausbildung gesichert werden, wodurch Bildungs- und Berufsorientierung zum zentralen Thema für Schulen wird.

Links

Europäische Zusammenarbeit im Bildungsbereich
www.bmukk.gv.at/europa

Lifelong Guidance Strategieentwicklung in Österreich
www.lifelongguidance.at

EU-Initiative "Chancen für junge Menschen"
www.ec.europa.eu 

Die Webseite Jugendwegweiser wurde im Rahmen des ESF SP 2 "Schnittstelle Bildung - Arbeitsmarkt" entwickelt. Mit Unterstützung von:
Arbeitsmarktservice Steiermark AK Steiermark Das Land Steiermark (Gesellschaft und Gernerationen) Bundessozialamt